Kaffeemaschinen

Erfindungsgeist ohne Grenzen


Am 24-10-2009 erklärt Die Welt die Filterkaffeemaschine für tot. Schauen wir mal, ob dem tatsächlich so ist.

 


Filter


Der Pariser Erzbischof Jean Baptiste de Belloy (1707 - 1808) war der Meinung, dass Kaffee nicht kochen dürfe und entwickelte eine noch heute in Frankreich gebräuchliche Methode der Filterung und Filterkanne. Die De Belloy Kanne besteht aus mehreren Teilen. Auf der eigentlichen Kanne sitzt ein passender Filter, in dem sich in der Regel ein Stempel zum Festdrücken des Kaffeemehls befindet, sowie ein oben aufgesetzter Wasserverteiler. Der Ausguss ist durch einen Stöpsel verschlossen damit das Wasser nicht zu schnell durch das Kaffeemehl läuft. Das kochende Wasser wird von oben auf das Mehl geschüttet und tropft anschließend gefiltert in die Kanne.

Die De Belloy Kanne ist die erste Filterkanne, in der der Zubereitungsprozess kontrolliert abläuft. De Belloy hatte entdeckt, dass gepresster=komprimierter Kaffee und die Lochung des Filters die Durchflusszeit beeinflussen. Die Durchflusszeit ist entscheidend für den Extraktionsgrad und damit elementar für den Kaffeegeschmack. Obgleich die  De Belloy Kanne nie patentiert wurde, ist sie die Mutter aller Filterkannen.

In der Folgezeit wurden viele verschiedene Filtertypen entwickelt. Als Filtermaterial verwendete man Papier, feine Seide, Porzellan, Metall.....

 

Eine Art der Filterkanne ist die neapolitanische Kaffeekanne. Sie besteht aus zwei fest zusammen geschraubten Teilen mit einem Sieb dazwischen. In einem befindet sich das Wasser und im Zwischenstück das Kaffeemehl. Die Kanne wird auf den Herd gestellt oder von unten erhitzt. Sobald das Wasser kocht, wird die Kanne um 180° gedreht, so dass das heiße Wasser durch das Mehl läuft und gefiltert wird.

Varianten der neapolitanischen Kaffeekanne und andere Bezeichnungen sind:

- Potsdamer Ei: siehe Nr. 31
- Russisches Ei
- Kippkanne    : siehe Nr. 31

 

Karlsbader Filter

Im böhmischen Karlsbad schmeckt das Wasser ganz besonders gut und so schmeckt auch der Kaffee außerordentlich gut dort. Dievon dort stammende Karlsbader Filtermaschine gibt es seit über 100 Jahren. Wann genau sie auf den Markt gekommen ist, läßt sich nicht klären. Allerdings sind ihre Vorteile unbestreibar, sie ist im Gegensatz zu vielen anderen Filtermaschinen komplett aus Porzellan, so auch der Filter, der aus gekreuzten Schlitzen besteht.

Der Kaffee nimmt in dieser Maschine keinen Fremdgeschmack an. Aus diesem Grund wird die Maschine noch heute in der professionellen Kaffeeverkostung benutzt.

Eine moderne Form der Karlsbader ist die Bayreuther Maschine.

 

Melitta Filter

Schon 1784 schreibt Krünitz in seiner ökonomischen Enzyklopädie über die Verwendung von Lösch- und Druckpapier in Kaffeetrichtern oder -filtern. "Die neuerlich eingeführte Weise den Kaffee durch das Filtrieren zu fertigen, ist wohl unstreitig die Beste. Man legt dazu in einem blechernen, verzinkten Filtrierhut oder -trichter (Kaffee-Sieb), ein kleines reines leinen Handtüchlein oder Haartuch, oder, weil dieses durch den öfteren Gebrauch leicht unrein gemacht werden könnte, lieber weißes Lösch- und Druckpapier."

Vor 100 Jahren 1908 erfand die Dresdener Hausfrau Melitta Benz den Papierfilter, in dem sie eine Blechdose mit Löchern versah und Löschpapier ihres Sohnes darauf legte. Der durch das Löschpapier gefilterte Kaffee schmeckte so gut, dass sie sich den Handfilter mit Papiereinsatz 1908 patentieren ließ. Der Melitta-Urfilter war aus Messing und unten gerundet. Es wurde der erste seriell gefertigte Filter, wenn auch obiger Textauszug zeigt, dass Melitta Benz nicht die Erste war, die Löschpapier zur Kaffeefilterung benutzte, sondern dieses zuerst industriell herstellte.

1910 kam der Rundfilter auf den Markt, der wie der Urfilter dreiteilig aufgebaut war und aus einem abnehmbaren Wasserverteiler, dem Filterkörper und einem Siebeinsatz, auf den das Filterpapier gelegt wurde bestand.

Bis 1934 wurden Rundfilter aus Aluminium, emaliertem Blech, Porzellan und Steingut hergestellt. Danach wurden diese vom Porzellanfilter abgelöst. 1932 kam der Schnellfilter auf den Markt, der sich durch die zulaufende Form mit Rippen, welche einen schnelleren Abfluß garantierten auszeichnet, allerdings war die Filtertüte noch nicht erfunden.

Idealerweise wird für diese Methode der Kaffee mittelfein gemahlen und 4-5 Teelöffel pro 1/2 L mit 90-95°C heißem Wasser überbrüht. Nachteilig ist, daß ein Teil der aromatischen Kaffeeöle im Filterpapier verbleiben.

Filterkaffeemaschinen

 

 

Filterpatente.pdf






De Belloy Kanne

 

De Belloy in Samovarform

 

 

 


Neapolitanische Kanne

 

 

Karlsbader Filtermaschine

Fotos: Walküre Porzellan

 

 

Melitta Kinderspielzeug

 
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